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Die Fremdausbildung

Das, was bei uns als Fremdausbildung bezeichnet wird, ist eigentlich der "klassische" Weg der  Behindertenbegleithundausbildung. Der Verein kauft Welpen von Züchtern an, mit denen wir zusammenarbeiten. Bereits bei der Auswahl der Welpen entscheiden die gezeigten Verhaltensweisen des Tieres, ob es auf den ersten Eindruck geeignet für die Ausbildung erscheint. Wenn ein Hund beispielsweise bereits als Baby Jagdverhalten zeigt, ist es sehr unwahrscheinlich, dass er dieses später ablegt. Dieser würde aus diesem Grund auch nicht in die Ausbildung übernommen werden.

Welpenaufzucht in Patenfamilien

Sind wir fündig geworden, gehen die jungen Hunde für ein Jahr in eine Patenfamilie und lernen hier alles, was ein "normaler" Hund an Grundgehorsam wissen müsste. Sie lernen, sich an der Straße hinzusetzten, vor einem Laden zu warten und allein zu hause zu bleiben. In regelmäßigen Abständen treffen sich alle Patenfamilien und unternehmen gemeinsam mit einem Trainer etwas. Dann geht es in den Zoo, in die U-Bahn oder einfach nur zu Mc Donald´s. Kurz, wir sorgen dafür, dass unsere Hunde mit den besten Vorraussetzungen zum A-Test, einem Wesens- und Umwelttest kommen.

Wesenstest und gesundheitliche Überprüfung

Nach einem Jahr, werden alle Patenhunde kastriert und untersucht. Nur gesundheitlich einwandfreie Hunde werden zur Prüfung zugelassen. Für alle Welpen, die wegen gesundheitlicher Mängel oder aufgrund einer nichtbestandenen Prüfung die Ausbildung nicht abschließen können, wird ein neuer Besitzer gesucht.

Spezialausbildung beim Trainer

Hat der für die weitere Ausbildung geeignete Junghund diese ersten Hürden genommen, so steht der erste große Umzug ins haus: er zieht zu einem unserer Trainer und beginnt hier seine "richtige" Ausbildung. Die Hunde werden in dieser Zeit vollkommen in den Alltag der Trainer integriert und lernen solche Dinge, wie Rollstuhl ziehen, Licht anmachen, Dinge aufheben und Türen öffnen.

Vorauswahl der zukünftigen Besitzer

Wenn die Trainer weiterhin mit dem Tier zufrieden sind, wird begonnen, einen passenden Besitzer für den zukünftigen Behindertenbegleithund zu suchen. Es existiert zwar eine Bewerberliste, jedoch passt nicht jeder Hund zu jedem Menschen. Nicht nur das Können des Bewerbers und das Temperament des Hundes müssen bei der Wahl beachtet werden, auch Sympathie und Antipathie spielen eine wichtige Rolle. Wir laden deshalb alle in Frage kommenden Bewerber zu ein Vorstellungswochenende ein, an dem sich Hunde, Bewerber und Verein kennen lernen können, Fragen und Probleme geklärt werden können. Eine Teilnahme an diesem Wochenende ist dringend erforderlich, damit der Hund gezielt auf die Anforderungen des Bewerbers ausgebildet werden kann und der spätere Halter/in eine genaue Vorstellung über das Zusammenleben mit einem Behinderten-Begleithund bekommt. Ist der perfekte Partner dann ausfindig gemacht worden, beginnt für Hund und zukünftigen Besitzer die aufregendste und wahrscheinlich auch stressigste Zeit der ganzen Ausbildung: Der Bewerber zieht für drei Wochen nach Berlin und wird von dem Trainer des Hundes eingearbeitet. Schließlich ist der Hund bestimmte Kommandos und Rituale gewohnt, die der Besitzer erst erlernen muss.

Einarbeitung

Neben der Praxis, kommt auch die Theorie nicht zu kurz. Von Hundeernährung, über Pflege und Verhalten bis zu den Rechten und Pflichten der Hundehalter werden alle Themen in Seminaren behandelt.
Am Ende der dreiwöchigen Einarbeitungszeit in Berlin legt der Halter eine Prüfung über die gelernte Theorie ab. Praktische Prüfungen finden wärend der Einarbeitungszeit in Form von Kommandoüberprüfungen statt. Diese dienen vielmehr dazu, die Arbeit der Trainer und den Ausbildungsstand der Hunde zu kontrollieren als den Halter zu testen. In einem Prüfungsprotokoll werden die erbrachten Leistungen festgehalten. Am Ende der Einarbeitungszeit wird das Protokoll einvernehmlich von Halter und Trainer unterschrieben und der Hund mit einem vorläufigen Abzeichen an den Halter übergeben. Nun haben Halter und Hund Zeit im Alltag zu Hause das Gelernte umzusetzen und zu festigen.

Teamprüfung

Nach spätestens sechs Monaten können Hund und Halter in dem Teamtest zeigen, dass sie  fleißig geübt haben und zu einem Team zusammengewachsen sind. Die Teamprüfung findet sowohl in der häußlichen Umgebung und dem Wohnumfeld des Halters statt, als auch an einem fremden belebten Ort, wie z.B. einer Fußgängerzone im Zentrum einer größeren Stadt. Wenn auch diese letzte Hürde genommen ist, bekommt der Besitzer das entgültige Abzeichen überreicht und sein Hund ist ab diesem Zeitpunkt ein geprüfter Behindertenbegleithund.