25 Jahre Assistenzhund - Ausbildung

Unabhängig dank Hund

Vor einem Vierteljahrhundert gründeten Rollstuhlfahrer*innen den Verein ‚Hunde für Handicaps‘, um sich gegenseitig bei der Ausbildung von Assistenzhunden zu un-terstützen. Zum 25. Jubiläum im Mai blickt der bundesweit erste Verein dieser Art auf eine beeindruckende Bilanz zurück: Sie haben Dutzenden Menschen mit Behinderungen und chronischen Krankheiten zu einem vierbeinigen Assistenten verholfen – und damit zu mehr Mobilität und Lebensqualität. Dafür wurde ‚Hunde für Handicaps‘ sogar mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Berlin, 02. Mai 2016 – Ralf Schmidt (Name geändert) kann sich seit vielen Jahren nicht mehr ohne Rollstuhl bewegen. In seinem fortgeschrittenen Stadium von Muskelschwund ist er auf Betreuung rund um die Uhr angewiesen, da er seine Hand nicht allein auf die elektrische Schaltung seines Gefährts legen kann. Privatsphäre? Einfach mal eine Stun-de allein sein? Ein ferner Traum. Bis Schmidt vom Verein ‚Hunde für Handicaps‘ einen Assistenzhund bekommt, der lernt, die Hand seines Herrchens zurück auf die Schaltung des Rollstuhls zu schubsen, wenn sie herunterrutscht – und plötzlich kann sich das Mensch-Hund-Team allein draußen bewegen.

Mehr als 100 Assistenzhunde trainiert

Dieser riesige Gewinn an persönlicher Freiheit ist typisch für die Möglichkeiten, die ein ausgebildeter Assistenzhund bietet. „Türen öffnen, Socken ausziehen, Lichtschalter drü-cken und vieles mehr – ein gut trainierter Hund kann seinen Menschen genau dort un-terstützen, wo eine Behinderung oder chronische Krankheit für Einschränkungen sorgt“, sagt Sabine Häcker, Vorstandsmitglied von ‚Hunde für Handicaps‘ und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes, das sie 2015 stellvertretend für den ganzen Verein angenommen hat.

Seit seiner Gründung im Mai 1991 hat ‚Hunde für Handicaps‘ mit Spendengeldern rund 90 Welpen gekauft, um sie bei Eignung als Assistenzhunde auszubilden. „Damals war es gesellschaftlich völlig undenkbar, dass ein behinderter Mensch einen Hund hält, ge-schweige denn ihn selbst trainiert und ausbildet“, sagt Häcker. „Heute könnten sich die meisten Assistenzhundhalter ein Leben ohne ihr Tier nicht mehr vorstellen.“ Insgesamt haben die Vereinstrainer, die zum Teil selbst eine Behinderung haben und mit Assis-tenzhund leben, mehr als 100 Hunde trainiert. 37 Mensch-Hund-Teams haben die Ab-schlußprüfung zum Assistenzhund-Team bestanden. Die Prüfung wird inzwischen von Sachverständigen abgenommen, die von der IHK-Potsdam zertifiziert wurden.

Ausbildung kostet viel Geld, Zeit und ehrenamtliches Engagement

Die jahrelange Ausbildung zum Assistenzhund ist aufwändig und teuer: Rund 23.000 Eu-ro kostet es, bis ein Hund so trainiert ist, dass er seinen Halter wirklich im Alltag unter-stützen kann. Das erste Lebensjahr verbringen die Welpen in Patenfamilien in und um Berlin, wo der Verein seinen Hauptsitz hat. Eignet sich das Tier, wird es entweder von einem Trainer oder von seinem künftigen Halter selbst ausgebildet. „Das setzt viel eh-renamtliches Engagement von den Vereinsmitgliedern voraus – und zahlreiche private Spender sowie Unterstützer wie Mars Petcare mit der Marke Pedigree, die sich seit vie-len Jahren für die Ausbildung von Assistenzhunden stark macht“, sagt Häcker. Wer für Assistenzhund-Teams in Ausbildung spenden möchte, findet weitere Informationen und Fotos auf www.hundefuerhandicaps.de.

Jubiläumsfeier in Berlin

Am 21. Mai 2016 kommen viele der Vereinsmitglieder und Hundehalter mit ihren Tieren bei der großen Jubiläumsfeier in Berlin zusammen. Ein Höhepunkt wird die Preisverlei-hung des Wettbewerbs „Das Goldene Team“ sein, der erstmals beeindruckende Hilfe-leistungen von Assistenzhunden ehrt. Weitere Informationen gibt es unter www.das-goldene-team.de.





Über „Hunde für Handicaps e. V.“

Der Verein „Hunde für Handicaps e. V.“ ist am 25. Mai 1991 als „Verein für Behinderten-Begleithunde Berlin-Brandenburg“ gegründet worden. Der Verein bildet Behinderten-Begleithunde als Helfer für behinderte Menschen aus. Zum einen können behinderte Hundehalter ihren Hund gemeinsam mit unseren Trainern zum Behinderten-Begleithund ausbilden, zum anderen gibt der Verein ausgebildete und geprüfte Behinderten-Begleithunde ab. Der Verein unterstützt behinderte Menschen in Fragen der Hundehaltung und organisiert Freizeitaktivitäten als sinnvollen Ausgleich für behinderte Hundehalter und ihre Tiere. Beim Verein „Hunde für Handicaps e. V.“ engagieren sich der-zeit 80 Mitglieder. Die Entertainerin Gayle Tufts ist prominente Schirmherrin des Vereins. Der Futtermittelhersteller Pe-digree unterstützt den Verein ebenfalls.
Weitere Informationen: Hunde für Handicaps - Verein für Behinderten-Begleithunde e. V., Telefon 030 29492000, E-Mail: info@hundefuerhandicaps.de, www.hundefuerhandicaps.de