Hier auf dem Foto ist der Hals und der Kopf eines weißen Golden Retriever zu sehen, der mit seinen dunklen Mandelaugen fotogen in die Kamera blickt. Im Hintergrund ist eine grüne Rasenfläche mit Bäumen zu sehen.  Die Sonne scheint zwischen den Blättern hindurch. Es ist ein Spiel mit Licht und Schatten.
Das Bild zeigt das neue offzizielle Hunde für Handicaps Logo. Eine gelbe Raute, die blau umrandet ist. Mittig ist ein blauer, stilisierter Rollstuhlfahrer. Vor dem Rollstuhlfahrer sitzt ein Assistenzhund, der dem Rollstuhlfahrer seine Pfote gibt. Im oberen Bereich der Raute ist ein dicker gelber Balken, blau umrandet, mit der blauen Aufschrift "Assistenzhund". Im unteren Bereich der Raute, passend zum oberen Schriftzug der Text  "Hunde für Handicaps".
Assistenzhunde für mehr
Lebensqualität und Flexibilität!

Information für Züchter:innen

Diese Seite richtet sich an verantwortungsvolle Züchter:innen, die an einer Zusammenarbeit in der Assistenzhundausbildung interessiert sind.
Sie erhalten hier einen Überblick über unsere Auswahlkriterien, den Ablauf von Aufzucht und Ausbildung sowie die grundlegenden Rahmenbedingungen der Kooperation.
Unser Ziel ist eine langfristige, verlässliche Partnerschaft auf fachlich fundierter und tierschutzgerechter Basis – mit dem Fokus auf einen optimal geeigneten Hund für seine spätere Aufgabe.
Für weiterführende Informationen und ein vertieftes Verständnis unserer Arbeit laden wir Sie herzlich zu einem persönlichen Gespräch ein. Gerne vereinbaren wir einen individuellen Termin – telefonisch oder per Zoom –, um offene Fragen zu klären und mögliche Formen der Zusammenarbeit im Detail zu besprechen.

Gute Zucht – die Grundlage für verlässliche Assistenzhunde

Schön, dass Sie hier sind! 

Uns ist wichtig, dass Sie als Zuchtstätte ein gutes Gefühl haben wenn sie uns einen Hund anvertrauen. Wir suchen ruhige, kooperative, nervenstarke Welpen oder Junghunde – Hunde, die Freude am Miteinander haben. 

Wir arbeiten transparent, begleiten sorgfältig und geben Ihnen auf Wunsch ehrliches Feedback, das für Ihre Zuchtplanung hilfreich sein kann.

Wir arbeiten im Einklang mit der Assistenzhundeverordnung (AHundV), dem Tierschutzgesetz (TierSchG) und der Tierschutz‑Hundeverordnung (TierSchHuV)

Welche Eigenschaften soll der Hund mitbringen?

Welpe

  • freundlich, nervenstark, ausgeglichen (mittlere Erregungslage), gute Frustrationstoleranz
  • Spiel‑/Futtermotivation, Menschenbezug, Neugier auf Umweltreize
  • Gesundheitszeugnisse der Elterntiere gemäß Verbandsempfehlungen

Erwachsener Hund

  • gelassen in Menschenmengen, Lärm, ÖPNV und auf verschiedenen Untergründen
  • soziale Flexibilität & Bindungsfähigkeit, keine übermäßige Fixierung (Das ermöglicht, dass das Wechsel der Bezugsperson vom Hund stressarm bewältigt wird)
  • Impulskontrolle, zuverlässige Signalkontrolle
  • arbeits‑ und lernfreudig (Futter/Spiel/soziale Bestätigung), konzentriert trotz Ablenkung
  • Gesundheitszeugnisse/tierärztliche Vorbefunde (sofern verfügbar; andernfalls organisieren wir sie)

Was erwarten wir von Züchter:innen?

Für eine Zusammenarbeit setzen wir voraus, dass:

  • die Zucht im Rahmen anerkannter Standards erfolgt (z. B. VDH/FCI) 
  • die Elterntiere über die rassespezifisch üblichen Gesundheitsuntersuchungen verfügen (z. B. HD, ED, ggf. genetische Tests) 
  • die Welpen in einem stabilen, reizangemessenen Umfeld aufwachsen 
  • eine sorgfältige Frühsozialisierung erfolgt 

Wir begrüßen ausdrücklich Züchter:innen, die ihre Linien hinsichtlich Wesen und Alltagstauglichkeit bewusst entwickeln.

Wie läuft eine Kooperation ab?

1) Kontaktaufnahme

Austausch über Ihre Zuchtziele, Ihre Beobachtungen im Wurf und die bisherigen Gesundheitsdaten.

2) Besuch & Eignungs‑Check

Kurzer Temperament‑Check im Wurf bzw. beim Junghund. Die Auswahl treffen wir gemeinsam – Sie behalten das letzte Wort.

3) Vereinbarung

Kauf‑/Kooperationsvertrag inklusiv Regelungen zu Zuchtausschluss/Kastration (sofern vereinbart).

Wie stellen wir die Qualitätssicherung in Aufzucht / Patenprogramm & Training sicher?

  • Abgabealter: frühestens mit 8 Wochen, da in dieser wertvollen Zeit die Basis für ein gesundes und ausgeglichenes Leben gelegt wird.
  • Patenprogramm (Dauer: 12–15 Monate): Die Welpen ziehen in sorgfältig ausgesuchte und vorab geschulte Patenfamilien. Zertifizierte Trainer:innen begleiten die Patenfamilien. Uns ist sehr wichtig , dass der Hund nicht überfordert wird: Wir arbeiten schrittweise und positiv verstärkend, angepasst an Alter und Entwicklungsstand. Pat:innen lernen Stresssignale zu erkennen und Ruhephasen fest einzuplanen. Alltagsnahes, sinnvolles Spiel ist Teil des Programms.
  • Auswahlprozess von Patenfamilien in sechs Schritten: Kennenlernen → Fragebogen → Hausbesuch/Infoabend → Vorschulung (mind. 4 Termine . Dabei lernen wir uns besser kennen und besprechen die wichtigsten Welpenthemen) → Vorbereitung (Hausbesuch) → Einzug.
  • Training: Wöchentliches Training und Hausbesuche; wir arbeiten nach einem strukturierten Sozialisationsplan.
  • Austausch: Einmal im Monat gibt es ein Treffen für alle Patenfamilien – gerne berichten auch ehemalige Pat:innen von ihren Erfahrungen.
  • Miteinander: Gemeinsame Spaziergänge mit Patenhunden und Vereinsmitgliedern gehören dazu.
  • Erreichbarkeit: Die Patenfamilien haben eine feste Trainings- und Ansprechperson, die rund um die Uhr erreichbar ist.

Wie läuft die Eignung & das Matching ab?

  • Eignungstests (~12. Monat): Der Hund bewältigt einen Stadtspaziergang und einen aufgebauten Parcours mit Alltagssituationen; unsere Trainer:innen begleiten und bewerten.
    Eignungskriterien: 
    - ausgeglichenes, freundliches und nervenstarkes Wesen 
    - geringe Geräusch- und Umweltunsicherheit 
    - hohe Kooperationsbereitschaft
    - gute Stressregulation und Frustrationstoleranz 
    - keine ausgeprägte Jagd- oder Schutzmotivation 
  • Gesundheitscheck: Ergänzend findet eine umfassende Untersuchung nach der AHundV statt.
  • Spezialausbildung (ab 15. Monat): Besteht der Hund die Eignung, folgt eine ca. sechsmonatige Spezialausbildung bei einer, dem Hund bereits bekannten Trainer:in unseres Vereins. Das macht den Übergang für den Hund erfahrungsgemäß entspannt.
  • Matching: Parallel schauen wir, welche Bewerber:innen fachlich und persönlich gut zum Hund passen.
  • Kennenlernen & Individualisierung: Hund und zukünftige Halter:in lernen sich gezielt kennen; die Ausbildung wird auf Alltag und Beeinträchtigung der Person zugeschnitten.

Übergabe & externe Prüfung: Der Hund wird Schritt für Schritt mit der neuen Halter:in zusammengeführt (zunächst bei der Trainerperson, anschließend im neuen Zuhause). Im Anschluss wird die Team‑Eignung durch unabhängige, vereinsfremde Prüfer:innen nach den Vorgaben der AHundV überprüft.

Versorgung – wer kümmert sich um was?

Wir stellen den Patenfamilien vollwertiges Trockenfutter, Material (Näpfe, Geschirr, Leine …), tierärztliche Versorgung, Haftpflichtversicherung und die nötige Grundausstattung.

Futterumstellungen nehmen wir langsam und verträglich vor; Unverträglichkeiten oder Allergien werden selbstverständlich berücksichtigt.

Wie stehen wir zur Kastration – und was ist unsere Haltung dazu?

In der Regel – in Anlehnung an Standards von ADI/ADEu – frühestens nach bestandener Eignungsfeststellung. Die Entscheidung erfolgt immer im Einzelfall mit tierärztlicher Indikation und dokumentierter Risiko‑/Nutzen‑Abwägung; das Timing richtet sich nach der individuellen Reife (bei großrahmigen Rassen oft später).

Was passiert, wenn ein Hund nicht geeignet ist?

  • Vorkaufsrecht der Zuchtstätte (wenn gewünscht)
  • Macht die Zuchtstätte keinen Gebrauch von ihrem Vorkaufsrecht hat die Patenfamilie als zweites ein Vorkaufsrecht
  • Greifen die Vorkaufsrechte nicht, Vermittlung durch den Verein in ein passendes Zuhause – bis dahin bleibt der Hund bei der Patenfamilie.

Wird der Hund über den Verein vermittelt, beinhaltet der Vertrag eine Klausel, das der Hund nicht weiter verkauft werden darf. In einem solchen Fall, der höchst unwahrscheinlich ist nimmt der Verein den Hund zurück und vermittelt ihn neu.

Wie gestalten wir Übergänge?

Es gibt insgesamt drei Übergänge: Zuchtstätte → Patenfamilie → Trainer:in → assistenznehmende Person . Die Wechsel verlaufen behutsam und fließend; den ersten Übergang (junges Alter, neue Umgebung) begleiten wir besonders eng. Im ersten Lebensjahr achten wir auf umfassende, positive Sozialisierung, damit der Hund Vertrauen aufbauen und Bindungen sicher knüpfen kann. Bei jedem Wechsel ist mindestens eine vertraute Bezugsperson – in der Regel jemand aus der Patenfamilie oder die zuständige Trainer:in – an der Seite des Hundes.

Der rechtliche Eigentümer bleibt der Verein bis zum erfolgreichen Abschluss der Mensch-Assistenzhund-Gemeinschaftsprüfung. Die Übergabe an die assistenznehmende Person erfolgt anschließend nur, wenn alle fachlichen, rechtlichen und tierschutzrelevanten Voraussetzungen erfüllt sind, im Rahmen einer vertraglich geregelten Eigentumsübertragung.

Welche Informationen gibt es für Züchter:innen?

Wir halten Sie auf Wunsch gerne über Entwicklung und medizinische Aspekte auf dem Laufenden. Melden Sie sich jederzeit, wenn Sie den aktuellen Stand eines Hundes erfahren möchten – Updates kommen regelmäßig, spätestens zu wichtigen Abschnitten im Leben des anvertrauten Hundes.

Wie sieht der Kaufvertrag aus?

Hier können Sie ein Beispiel für einen Kaufvertrag ansehen: → [LINK]
Dieses Dokument dient als Beispiel und kann an ihre individuellen Bedürfnisse und Gegebenheiten angepasst werden.