
Mein Name ist Friederike,
ich bin 44 Jahre alt und arbeite als Ärztin für Kinder und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in einer Klinik in Brandenburg.
Ich bin von einer seltenen Bindegewebs-Erkrankung (Ehlers-Danlos-Syndrom) und einer seltenen Autoimmunerkrankung der Nerv-Muskel-Verbindung (Myasthenia gravis) mit einer belastungsabhängigen Muskelschwäche betroffen.
Ich versuche, meine Erkrankungen bestmöglich in mein Leben zu integrieren und dabei auf nichts zu verzichten, was mir Freude macht oder mich beruflich erfüllt. Meine Selbstständigkeit und Unabhängigkeit sind mir sehr wichtig und so fällt es mir oft schwer, Hilfe anzunehmen an Tagen, an denen es mir nicht gut geht und ich wieder durch aktuelle Schmerzen oder Muskelschwäche stark eingeschränkt bin.
Im August 2022 habe ich Kalle kennengelernt, meinen damals 5 Monate alten Golden Retriever. Kalle hat sich sofort in mein Herz gekuschelt und hat mein Leben seither komplett auf den Kopf gestellt. Wir haben gemeinsam die assistierte Selbstausbildung zur Mensch-Assistenzhund-Gemeinschaft bei Hunde für Handicaps e.V. begonnen und da Kalle mein erster eigener Hund ist, habe ich von der Unterstützung der Trainer des Vereins in jeder Hinsicht profitiert. Gemeinsam lernen wir, wie Kalle mich unterstützen kann in jeder der vielen unterschiedlichsten Umgebungen, in denen ich mich beruflich und im Rahmen meiner vielen Hobbies so bewege. Kalle hat gelernt im Orchester still neben mir zu liegen, er geht mit mir zu Kongressen, Vorträgen, begleitet mich jeden Tag in die Klinik zur Arbeit und er begleitet mich zu meinem Pferd.


Mit Kalle und den Maßnahmen zur Notfallhilfe, die wir mit unserer Trainerin Kerstin erarbeiten, hatte ich noch nie Angst alleine auszureiten und genieße diese unglaubliche Freiheit sehr. Kalle ist mein stetiger Begleiter geworden und gibt mir Mut, Vertrauen in mich selbst, Zuversicht und ganz viel Ruhe und innere Sicherheit.
Kalle schafft es, sofort jeden Menschen für sich zu begeistern und liebt ganz besonders Kinder. Mit Kalle an meiner Seite habe ich seither wieder so viele tolle Menschen kennengelernt.
Vor allem jedoch ist Kalle für mich da, wenn sonst niemand da ist und ich mich mit Schmerzen oder neuen Einschränkungen eher zurückziehe. Er bringt mir Notfallmedikamente oder das Telefon, hilft mir beim Ausziehen von Schuhen und Socken oder beim Ausräumen der Waschmaschine an Tagen, an denen ich das nicht gut kann. Er kann einen kleinen Wagen ziehen und mir so auch schwerere Gegenstände innerhalb der Wohnung transportieren helfen. Wenn wir unterwegs sind, nimmt er mir etwas Gepäck in seinen Packtaschen ab und kann mir Sicherheit geben, wenn der Boden glatt oder uneben ist und ich drohe zu stürzen.


Für Kalle ist jede Hilfeleistung ein tolles, aufregendes Spiel, für das es Kuscheleinheiten, ein Lob oder sogar einen leckeren Keks gibt. Er ist voller Freude und Eifer dabei und so oft habe ich über meine eigenen Einschränkungen lachen gelernt im Training, wenn etwas noch nicht gut geklappt hat. Mit Kalle an meiner Seite kann ich so unabhängig und frei leben und allen meinen Hobbies nachgehen, auch mit meinen Erkrankungen und habe mit ihm eine Unterstützung an schlechteren Tagen, die ganz flexibel auf alle Umgebungen und Situationen reagieren kann und habe mit diesem zauberhaften, völlig verkuscheltem und stets enthusiastischen Golden Retriever an meinen guten Tagen einen treuen und liebevollen, wunderbaren Freund gefunden, mit dem ich die Welt erobern möchte und für den ich jeden Moment einfach nur dankbar bin.

